Überreichung der Lasso-Medaille an Stephan Rommelspacher
Emeritierter Leipziger Propsteikantor von ACV-Präsident Markus Bosbach geehrt
An allen genannten Orten hat Stephan Rommelspacher bleibende Spuren hinterlassen: in Villingen unter anderem durch die von ihm initiierte Rekonstruktion der Johann-Andreas-Silbermann-Orgel von 1752, in Trier durch grundlegende Reformenen am Dom mit Einrichtung einer Domkantoren-Stelle, Bau einer Grundschule zur Nachwuchssicherung für die Dommusik und Bau des neuen Chorhauses für die Chöre am Dom, in Leipzig durch die Transformation der Strukturen an der 2015 fertig gestellten neuen Propsteikirche in ein modernes Großstadtkantorat und die Etablierung der viel beachteten Reihe „Leipziger Abendlob“. Die heute enge Zusammenarbeit von Propsteimusik und Kirchenmusikalischem Institut an der Leipziger Hochschule für Musik und Theater geht entscheidend auf ihn zurück, auch die freundschaftlichen Verbindungen zu den Kollegen an Thomas- und Nikolaikirche und zur Leipziger Universitätsmusik. Lang ist die Liste seiner Schülerinnen und Schüler, die er zur Orgel und zur Kirchenmusik geführt und begleitet hat.
Sein Wirken fand auch über Stadt- und Bistumsgrenzen hinaus Beachtung. Bereits 1993 war er an der Gründung des Bundesverband katholischer Kirchenmusiker in Deutschland (BKKD) beteiligt, von Leipzig aus initiierte er 2016 die Gründung des Pueri Cantores Verbands für die ostdeutschen (Erz-) Diözesen und war dessen Gründungsvorsitzender. Schon 2005 bis 2007 hatte er in der Steuerungsgruppe zur Neustrukturierung und Professionalisierung des Pueri Cantores Verbands für Deutschland entscheidende Impulse gesetzt. Stephan Rommelspacher hat am neuen Gotteslob mitgearbeitet, ist in mehreren seiner diözesanen Eigenteile mit Liedern und Gesängen vertreten. Seine Kompositionen sind in zahlreichen Chorbüchern veröffentlicht. Das bekannte Freiburger Chorbuch von 1994 wie auch das 2014 erschienene Trierer Chorbuch wurden von ihm mit-herausgegeben. Seit 2022 gehört er als Vizepräsident dem Vorstand des ACV an.
Für die Propsteigemeinde St. Trinitatis Leipzig ist es bereits die zweite Auszeichnung eines ihrer Kantoren mit der höchsten Ehrung der katholischen Kirchenmusik in Deutschland. Bereits 1970 war Prof. Georg Trexler die Lasso-Medaille verliehen worden, genau 55 Jahre später folgt nun sein Nach-Nachfolger Stephan Rommelspacher. Zur langen Reihe der „für herausragende Verdienste um die Musica Sacra“ Geehrten zählen unter anderem Persönlichkeiten wie Peter Playavsky, Georg Ratzinger, aber auch international bekannte Komponisten wie John Rutter, Enjott Schneider oder Arvo Pärt.